Die alte aus dem Jahre 1847 stammende Trinitatiskirche in der Rudolphstraße wurde bei einem Bombenangriff am 4. Dezember 1943 schwer beschädigt. Ihre Ruine wurde Ende des Jahres 1954 gesprengt, nachdem eine Genehmigung für den Wiederaufbau der Kirche am alten Standort erteilt worden war. Die Genehmigung wurde jedoch 1955 von den staatlichen Stellen zurückgezogen. Die Gemeinde mußte fortan ohne eigene Kirche leben. Bis 1967 gab es ein halbes Dutzend Projekte für den Neubau, die letztlich aber alle daran scheiterten, daß die Stadt ihre Zusagen rückgängig machte. Von 1967 bis 1975 gab es keinerlei Anzeichen, daß es zu einer Genehmigung des Kirchbaus kommen könnte, ein Zustand, der die Gemeinde fast mutlos machte. Die Zusage zum Kirchbau im Jahre 1975 kam nicht von der Stadt Leipzig, sondern vom Außenhandelsministerium der DDR, zu welchem der damalige Propst Elsner über das Sekretariat der Berliner Bischofskonferenz Kontakte geknüpft hatte. Der Neubau sollte aus dem Sonderbauprogramm auf Devisenbasis der DDR-Bischöfe geschehen. Ende 1975 bot die Stadt Leipzig nach Aufforderung aus dem Außenhandelsministerium das Gelände Oeserstraße 59 als Bauplatz an - der südwestlichste Zipfel des Gemeindegebietes!  Ansicht Propsteikirche mit Gemeindezentrum von der Emil-Fuchs-Straße Da hieß es verhandeln. Nach langem Zögern ohne das Wissen, wie weit er mit seiner Standortforderung gehen kann, um den Bogen nicht zu überspannen, entschloß sich Propst Elsner den zweiten angebotenen Standort Emil-Fuch-Straße 5-7 zu akzeptieren. Auch bei der Suche nach einem Projektanten hatte die Gemeinde keine freie Wahl. Ihr wurde die staatliche Bauakademie zugewiesen. Die staatlichen Vorgaben erzwangen einen Bau, der einer Kirche möglichst unähnlich sieht. Die massive Verwendung von Stahl an Stelle von Mauerwerk war kostentreibend - dem Staat ging es um jede Mark Westgeld! Am 22. Juni 1979 wurde der Bau begonnen. Zunächst wurde am Pfarrhaus gebaut, während für den Kirchenraum immer noch projektiert wurde. Am 1. Februar 1980 wird auf dem Pfarrhaus die Richtkrone hochgezogen. Am 24. Oktober 1980 fand die Grundsteinlegung der Kirche durch Bischof Gerhard Schaffran statt, während das Stahlgerüst der Kirche schon stand. Kaplan Groß verlaß die von Propst Elsner verfaßte Urkunde, wobei er die Passagen über die Sprengung der Universitätskirche, in der die Gemeinde lange Zeit Gottesdienst gefeiert hatte, und die früheren vergeblichen Aufbauversuche nicht vortragen durfte.  Tanz der Gemeinde anläßlich der Grunsteinlegung am Abend im Haus Leipzig Am 27. November 1981 erfolgte der Guß der vier Bronzeglocken in Apolda. Am Pfingstmontag 1982 wurden sie von Bischof Schaffran geweiht. Im Gottesdienst erklang der von Kantor Kurt Grahl in Anlehnung an das Glockenmotiv vertonte 150. Psalm. Die Aufschriften und Daten der Glocken sind: - Pax vobis 1847-1981 (1800 kg, 140 cm Durchmesser, Ton d')
- Sursum corda 1847-1981 (1000 kg, 115 cm Durchmesser, Ton f')
- Deo gratias 1847-1981 (700 kg, 102 cm Durchmesser, Ton g')
- Ecce Dominus venit 1981 (500 kg, 90 cm Durchmesser, Ton a')
Die Baukosten des Gemeindezentrums betrugen 7 Mill. DM, Spenden aus den Bistümern der Bundesrepublik. Die gesamte Innenausstattung wurde von der Gemeinde aus dem seit 1949 bestehenden Aufbaufond finanziert, an dem auch die Tochtergemeinden beteiligt waren.  Kirchweihgottesdienst für die neue Propsteikirche mit Bischof Gerhard Schaffran. Der Weihegottesdienst mit Bischof Gerhard Schaffran, Propst Eberhard Elsner, Altpropst Ernst Pfeiffer und den Kaplänen Claus-Heinz Bahmann und Johannes Groß findet am 21. November 1982 statt. Nach 38 Jahren, 11 Monaten und 17 Tagen besitzt die Gemeinde endlich wieder ein eigenes Gotteshaus. Deo gratias! |