18. November 2025 | Beate Müller
Überreichung der Lasso-Medaille an Stephan Rommelspacher
Emeritierter Leipziger Propsteikantor von ACV-Präsident Markus Bosbach geehrt
Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung des Allgemeinen Cäcilienverbandes für Deutschland (ACV) am 3. November in Augsburg konnte Präsident Monsignore Markus Bosbach die Überreichung der Orlando di Lasso Medaille nebst Urkunde an den ehemaligen Leipziger Propsteikantor Stephan Rommelspacher nachholen. Die Ehrung war bereits am 31. August zu Rommelspachers Verabschiedung aus dem Amt bekannt gegeben worden, doch konnte die Überreichung noch nicht stattfinden, weil Präsident Bosbach durch die zeitgleich im Kölner Dom stattfindende Verleihung der Medaille an den langjährigen Kölner Domkapellmeister Prof. Eberhard Metternich gebunden war.
Umso größer war die Freude bei den Delegierten aus den deutschen Bistümern, den Vertretern der Fachverbände für die katholische Kirchenmusik und natürlich beim Geehrten selber über die nun auch offiziell vollzogene Auszeichnung. Die Lasso-Medaille ist die höchste im Bereich der katholischen Kirchenmusik Deutschlands vergebene Auszeichnung. Ihrer Verleihung müssen auch die Präsidien der Schwesterverbände Österreichs und der Schweiz zustimmen. Stephan Rommelspacher wurde für seine 45jähriges kirchenmusikalisches Wirken mit Stationen als Münsterkantor in Villingen/Schwarzwald, als Domkapellmeister in Trier und als Propsteikantor in Leipzig geehrt.
An allen genannten Orten hat Stephan Rommelspacher bleibende Spuren hinterlassen: in Villingen unter anderem durch die von ihm initiierte Rekonstruktion der Johann-Andreas-Silbermann-Orgel von 1752, in Trier durch grundlegende Reformen am Dom mit Einrichtung einer Domkantoren-Stelle, Bau einer Grundschule zur Nachwuchssicherung für die Dommusik und Bau des neuen Chorhauses für die Chöre am Dom, in Leipzig durch die Transformation der Strukturen an der 2015 fertig gestellten neuen Propsteikirche in ein modernes Großstadtkantorat und die Etablierung der viel beachteten Reihe „Leipziger Abendlob“. Die heute enge Zusammenarbeit von Propsteimusik und Kirchenmusikalischem Institut an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater geht entscheidend auf ihn zurück, auch die freundschaftlichen Verbindungen zur Musik an Thomas- und Nikolaikirche sowie zur Leipziger Universitätsmusik. Lang ist die Liste seiner Schülerinnen und Schüler, die er zur Orgel und zur Kirchenmusik geführt und begleitet hat.
Sein Wirken fand auch über Stadt- und Bistumsgrenzen hinaus Beachtung. Bereits 1993 war er an der Gründung des Bundesverbands katholischer Kirchenmusiker in Deutschland (BKKD) beteiligt, von Leipzig aus initiierte er 2016 die Gründung des Pueri Cantores Verbands für die ostdeutschen (Erz-) Diözesen und war dessen Gründungsvorsitzender. Schon 2005 bis 2007 hatte er in der Steuerungsgruppe zur Neustrukturierung und Professionalisierung des Pueri Cantores Verbands für Deutschland entscheidende Impulse gesetzt. Stephan Rommelspacher hat am neuen Gotteslob mitgearbeitet, ist in mehreren diözesanen Eigenteilen mit Liedern und Gesängen vertreten. Seine Kompositionen sind in zahlreichen Chorbüchern veröffentlicht. Das bekannte Freiburger Chorbuch von 1994 wie auch das 2014 erschienene Trierer Chorbuch wurden von ihm mit-herausgegeben. Seit 2022 gehört er als Vizepräsident dem Vorstand des ACV an.
Für die Propsteigemeinde St. Trinitatis Leipzig ist es bereits die zweite Auszeichnung eines ihrer Kantoren mit der höchsten Ehrung der katholischen Kirchenmusik in Deutschland. Bereits 1970 war Prof. Georg Trexler die Lasso-Medaille verliehen worden, genau 55 Jahre später folgt nun sein Nach-Nachfolger Stephan Rommelspacher. Zur langen Reihe der „für herausragende Verdienste um die Musica Sacra“ Geehrten zählen unter anderem Persönlichkeiten wie Peter Playavsky, Georg Ratzinger, Wolfgang Bretschneider, aber auch international bekannte Komponisten wie John Rutter, Enjott Schneider oder Arvo Pärt
vorherige nächste Neuigkeit